Adrian Schäfer und Guido Pott im Dialog mit den Hasberger Kitaleitungen: Mehr Qualität braucht qualifiziertes Personal und eine gesicherte Finanzierung

Die Novelle des Niedersächsischen Kindertagesstätten Gesetzes (KitaG) bewegt zurzeit die Gemüter. Auch die Kitas der Hüggelgemeinde haben ihre Haltung und ihre Wünsche zum KitaG mit zahlreichen Aktionsmaßnahmen zum Ausdruck gebracht. Dies hat der SPD-Bürgermeisterkandidat Adrian Schäfer zum Anlass genommen, alle Kita-Leitungen zu einem Austausch mit dem Landtagsabgeordneten Guido Pott am AWO Hüttenbahnhof einzuladen.

 

Einleitend beschreibt der Hasberger Bürgermeisterkandidat Adrian Schäfer: „In Hasbergen gibt es bereits seit vielen Jahren eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung und die Anmeldequote in Hasbergen ist traditionell höher als im Landkreisdurchschnitt. Dies zeigt deutlich, dass bei uns zum einen ein hoher Bedarf an guter Kinderbetreuung herrscht und zum anderen die Eltern unseren Hasberger Einrichtungen ein hohes Vertrauen entgegenbringen. Vor Ort in der Kommunalpolitik haben wir jedoch nur einen sehr begrenzten Gestaltungsspielraum und sind auf die Vorgaben der Landespolitik angewiesen“.  Deshalb hat Bürgermeisterkandidat Schäfer zum Dialog eingeladen, um die Anregungen und Bedenken zum KitaG direkt adressieren zu können.

 

Hierzu erklärt der SPD-Landtagsabgeordnete Guido Pott: „Alle Beiträge der Kita-Leitungen im Rahmen des heutigen Gesprächs, aber auch mittels der zahllosen Aktionspostkarten, die mich in den vergangenen Wochen erreichten, haben eins gemeinsam: Sie fordern die Landespolitik auf, die Qualität in unseren KiTas weiter zu erhöhen. Zentral ist dabei besonderes der Wunsch nach einem Stufenplan zur Einführung der dritten Kraft in KiTas, aber auch die Forderung nach mehr Verfügungszeiten für das pädagogische Fachpersonal und mehr Zeit für die Einrichtungsleitungen.

Auch wir als SPD-Landtagsfraktion wollen den erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre weitergehen und die Qualität in unseren Kindertagesstätten weiter ausbauen. Die dritte Fachkraft steht dabei in unserem Fokus. Diesbezüglich ist aber der Bund in der Pflicht über das „Gute-Kita-Gesetz“ eine auskömmliche Finanzierung über das Jahr 2023 hinaus sicherzustellen. Daher wäre es zurzeit unredlich, die dritte Fachkraft im Rahmen der Novelle des KitaG, ohne eine gesicherte Finanzierung, einzuführen. Die SPD-Landtagsfraktion plant deshalb, einen Entschließungsantrag einzubringen, der die Landesregierung auffordert, die dritte Kraft festzuschreiben, sobald die Mittel aus dem Gute-Kita-Gesetz des Bundes auch über 2023 hinaus zur Verfügung stehen.“

Das niedersächsische KitaG regelt die landesweiten strukturellen Mindestanforderungen von Kindertageseinrichtungen, womit sichergestellt werden soll, dass Kinder überall vergleichbare Bildungsangebote vorfinden können. Das Land hat sich gesetzlich gegenüber dem Bund verpflichtet, auch die Kindertagespflege bis zum 1. August 2021 landesgesetzlich zu regeln. Das Hauptargument der Neufassung ist daher, dass die „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung des Betreuungsangebotes in der Kindertagespflege (RKTP)“ in das Niedersächsische Gesetz über Kindertagesstätten und Kindertagespflege überführt werden soll. Damit wird eine dauerhafte, gesetzliche Grundlage für die Finanzierung der Kindertagespflege in Niedersachsen geschaffen. Gleichzeitig werden Qualitätsstandards für die Kindertagespflege landesgesetzlich verankert. Mit der Novelle des KitaG wird zudem der gesetzliche Fachkräftekatalog des pädagogischen Betreuungspersonals erweitert.

„In dieser Legislatur haben wir bereits die Beitragsfreiheit für alle Kindergartenkinder durchgesetzt und durch die Richtlinie „Qualität in Kitas“ weitere Mittel für einen Qualitätsausbau zur Verfügung gestellt. Als Reaktion auf den Fachkräftemangel ist es gelungen, die SchülerInnenzahlen im Berufsbereich Sozialpädagogik in den letzten drei Schuljahren um 1563 auf insgesamt 16.233 SchülerInnen zu steigern. Im laufenden Schuljahr werden wir wahrscheinlich die Marke von 17.000 Schülerinnen und Schülern knacken können. Gerne nehme ich die Anregungen der ErzieherInnen aus Hasbergen mit nach Hannover und werde mich besonders in den nun anstehenden parlamentarischen Beratungen zum KitaG dafür einsetzen, die Qualität in unseren Kindertagesstätten weiter zu stärken“, erläutert der SPD-Abgeordnete Guido Pott das weitere Vorgehen.

SPD-Bürgermeisterkandidat Adrian Schäfer bedankte sich abschließend für den konstruktiven Austausch und stellte in Aussicht, dass er in Zusammenarbeit mit den Einrichtungen noch mehr zeitliche Flexibilität in der Kinderbetreuung in Hasbergen schaffen will, insbesondere für Eltern mit Arbeitszeiten, die nicht den gängigen Bürozeiten entsprechen.

 

v.l. Guido Pott (MdL), Jörg Petersen (SPD-Hasbergen), Adrian Schäfer (SPD-Bürgermeisterkandidat), Claudia Henning-Lücke (Kindertagesstätte Gaster Zauberhaus), Karin Landeck (Kita Kunterbunt), Antje Franke (AWO Kita Wiesenwichtel), Fritjof Rosenthal (Hort AWO Hüggelkids), Sarah Möllers (AWO Kita Hüggelzwerge)